Vorahnung

Diese Seite tut nicht länger so, als wäre sie leer.

In der Ecke hocken inzwischen ein paar Dinge, die atmen. Manche leise, manche schwer, manche so, als hätten sie schlechte Nachrichten mitgebracht und würden trotzdem erst einmal schweigen.

Hier entstehen Bücher, Textzyklen und sachliche Zumutungen mit literarischem Schadenbild. Nichts davon drängt sich nach vorn. Es wartet. Das ist meistens unangenehmer.

Kein Versprechen. Keine Einladung. Nur Vorahnung.

Was sich ankündigt

Vier Uhr Morgens

Vier Uhr Morgens

Ein Band mit Erzählungen aus der Stunde, in der die Welt noch dunkel ist und der Verstand bereits beginnt, sich Ausreden zurechtzulegen.

Vier Uhr Morgens sammelt Geschichten über Abstürze, Anrufe, rote Gestalten, verlorene Mitbewohner, verdächtige Erinnerungen und Protokolle, die besser nie aufgezeichnet worden wären. Manches kommt aus dem Weltraum. Manches aus alten Wohnungen. Manches aus dem eigenen Schlaf.

Es geht um Menschen, die aufwachen und feststellen, dass die Realität in ihrer Abwesenheit eigenmächtig weitergearbeitet hat. Um Dinge, die zurückkehren. Um Sätze, die nachts gesprochen werden. Um Türen, die es tagsüber angeblich nie gab.

Ein Buch für jene Uhrzeit, in der niemand mehr ganz sicher ist, ob er gerade denkt, träumt oder bereits von etwas anderem gedacht wird.

Drei Komma Fünf

Drei Komma Fünf

Ein Buch aus der Zukunft über die Gegenwart, die sich für unschuldig hielt.

Drei-Komma-Fünf gibt vor, im Jahr 2200 entstanden zu sein. Unter dem äußeren Umschlag liegt ein schlichtes, archivarisches Buch: Chroniken eines Zustands – 2035 bis 2200. Zusammengestellt aus Messwerten, Verwaltungsakten, Protokollen, Lageberichten und den Resten einer Welt, die ihre eigenen Warnungen offenbar für dekorative Geräusche hielt.

Im Zentrum steht Elin Rau, eine alte Frau im Jahr 2200. Über Jahrzehnte hat sie gesammelt, was übrig blieb: Daten, Fragmente, Beschlüsse, Zustandsmeldungen. Kein Heldentum. Keine Rettung. Nur der Versuch zu verstehen, wie aus einzelnen Krisen ein Zustand wurde.

Die Chronik beginnt dort, wo die Sprache noch so tut, als könne man alles verwalten. Hitzeschutzklauseln. Anpassungsmaßnahmen. Zuteilungen. Stabilisierung. Später verschwinden die alten Begriffe. Rechte werden zu Prioritäten. Menschen zu Funktionen. Ausnahmezustände zu Normalformen.

Das Buch erklärt wenig. Es legt ab. Jahr für Jahr. Beschluss für Beschluss. Als würde ein Archiv den Untergang protokollieren, während draußen noch jemand „Marktmechanismen“ sagt.

Zwischen Weltekel und Politikverdrossenheit

Zwischen Weltekel und Politikverdrossenheit

Ein essayistischer Textzyklus über Macht, Sprache, Verwaltung und die sonderbare Fähigkeit des Menschen, selbst im brennenden Haus noch Zuständigkeiten zu prüfen.

Zwischen Weltekel und Politikverdrossenheit betrachtet eine Gesellschaft, die sich gern für vernünftig hält, solange niemand die Rechnung vorliest. Es geht um den Souverän als Investor, um die Kunst des Krieges, um Macht und Narrativ, um Bürokratie und Verfall, um den Homo Politicus und um die Torheit der Masse.

Das Buch fragt, wie Herrschaft entsteht, wenn alle nur Ordnung wollen. Wie Sprache Zustände glättet, bis der Schaden aussieht wie ein Verfahren. Wie Menschen sich einreden, sie hätten verstanden, während sie nur Begriffe wiederholen, die andere für sie bereitgelegt haben.

Kein Parteiprogramm. Keine Heilslehre. Kein freundlicher Stuhlkreis für beschädigte Demokratien.

Eher eine Bestandsaufnahme aus der Nähe. Mit schmutzigen Händen. Und vermutlich zu wenig Geduld für die Selbstverzeihung der Beteiligten.

Stoffe mit Charakterproblemen

Stoffe mit Charakterproblemen

Populärwissenschaft für Menschen, die wissen wollen, warum Materie gelegentlich klingt, als hätte sie eine Akte beim Jugendamt der Naturgesetze.

Stoffe mit Charakterproblemen erklärt chemische, physikalische und biologische Phänomene verständlich, aber ohne den sterilen Klassenzimmergeruch, bei dem selbst Elektronen innerlich kündigen. Der erste Ansatz führt ins Periodensystem: Plutonium, Fluor, Quecksilber, Nitroglycerin, Chlortrifluorid, Dimethylquecksilber, Gallium, Aerogel und andere Substanzen, bei denen das Universum offenbar kurz unbeaufsichtigt war.

Es geht um Stoffe, die nützlich, brillant, gefährlich, instabil, wunderschön oder vollkommen beleidigt durch falsche Behandlung sein können. Um Materie, die funktioniert, solange man sie ernst nimmt. Um Elemente und Verbindungen, die zeigen, dass Naturwissenschaft sehr viel spannender wird, sobald man ihr die Plastikschutzhülle vom Schulbuch reißt.

Daraus kann ein einzelner Band entstehen, der Chemie, Physik und Biologie zusammenführt. Oder eine Reihe: Chemie mit Charakterproblemen, Physik mit Charakterproblemen, Biologie mit Charakterproblemen. Die Grundidee bleibt dieselbe: Wissen erklären, ohne es vorher in pädagogischem Tapetenkleister zu ertränken.

Sachlich genug, um etwas zu lernen. Schräg genug, um freiwillig weiterzulesen. Ein seltenes Ereignis in der Geschichte menschlicher Bildung.

Ich erklär dir den Scheiß endlich verständlich

Ich erklär dir den Scheiß endlich verständlich

Eine Sachbuchreihe für alle, die bei bestimmten Alltagsthemen bisher den inneren Notausgang gesucht haben.

Ich erklär dir den Scheiß endlich verständlich wird eine Reihe kurzer, klarer Bücher über Systeme, Fallen, Entscheidungen und Mechanismen, die fast jeden betreffen und trotzdem erstaunlich gern in Nebel, Fachsprache und institutioneller Selbstzufriedenheit ertränkt werden.

Es geht um Rente, Steuern, Krankenkassen, Versicherungen, Nebenkosten und Arbeitsverträge. Um digitale Selbstverteidigung gegen Abos, Datenklau, Scams und versteckte Kosten. Um Manipulation durch Werbung, Politik, Medien und Social Media. Um Minimalismus ohne Räucherstäbchen. Um Denkfehler, schlechte Entscheidungen und die kleinen psychologischen Stolperdrähte, über die der Mensch täglich fällt und danach behauptet, er habe sich nur kurz hingesetzt.

Auch Elternschaft gehört dazu. Was keiner sagt, bevor du ein Kind hast wird kein höflicher Ratgeber mit Pastellfarben und moralisch einwandfreiem Lächeln. Es geht um echte Situationen, echte Überforderung, echte Gedanken und jene Momente, in denen man begreift, dass Liebe und Erschöpfung problemlos im selben Raum sitzen können, ohne sich vorher abzusprechen.

Diese Bücher sollen keinen akademischen Altar bauen. Sie sollen erklären. Direkt. Verständlich. Mit Beispielen. Mit Alltag. Mit der freundlichen Geduld eines Bolzenschneiders.

Denn viele Systeme leben davon, dass Menschen sie hinnehmen, weil sie sie nie vollständig verstanden haben.

Noch ist nichts abgeschlossen.

Manche Texte stehen bereits. Andere liegen offen herum und beobachten die Tür.

Diese Seite wird sich verändern, wenn die Bücher Form annehmen. Vielleicht mit Auszügen. Vielleicht mit Inhaltsverzeichnissen. Vielleicht mit etwas, das man später bereut, weil es zu früh zu gut klang.

Bis dahin bleibt es bei dieser Ankündigung:

Hier entsteht etwas aus Trotz, Müdigkeit und einer Prise Größenwahn.

V.D.

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