Ich roch ein Lied in Türkis
Es begann mit einem kaum spürbaren Flimmern am Rand meines Bewusstseins. Kein Licht, kein Ton – nur ein Geruch, der nicht ankam, sondern geschah.
Wie der Moment, wenn man weiß, dass jemand den Raum betreten hat, bevor man ihn sieht.
Türkis.
Aber nicht die Farbe. Die Absicht von Türkis.
Wie eine Melodie, die niemals komponiert wurde, und trotzdem alle Akkorde kennt.
Ein Duft wie vergeudete Zeit, melancholisch süß, mit einem Nachhall aus versöhnter Erinnerung.
Ich atmete ein – und hörte sie.
Sie klang nicht laut.
Sie klang… nach Denken.
„Denk leiser.“
„Du trittst der Welt mit deinen Gedanken auf den Fuß.“
Ich wollte lachen, doch das Türkis wurde dunkler.
Nicht traurig.
Nachdenklich.
Ich wusste nicht, wo ich war.
Aber ich wusste, dass ich nicht verloren war.
Ich war nur – anders sortiert.
In der Ferne fiel eine Erinnerung um.
Ich hörte es riechen.
Es klang nach Sommerregen auf altem Beton.
Und irgendetwas in mir sagte:
„Du brauchst keine Angst zu haben. Du wirst zurückkommen. Aber nicht ganz gleich.“
Ich blieb noch ein wenig.
Ich roch ein paar Farben.
Und irgendwann nahm ich das Denken wieder auf –
in Zimmerlautstärke.





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