Die Aschewanderer – Schatten aus Glut
Die Welt wird brennen. Das ist keine Prophezeiung, sondern eine Tatsache. Sie wissen es, denn sie haben es bereits gesehen. Nein – sie haben es durchlebt. Die Asche in ihren Kleidern ist der Beweis.
Und einmal am Tag, immer um 4 Uhr morgens, kommen sie zurück. Nicht, um die Zukunft zu ändern – das ist unmöglich. Sondern um nach den Dingen zu suchen, die sie verloren haben, bevor alles verbrannte. Sie treten aus dem Feuer, weil das Feuer die einzige Tür ist, die beide Seiten verbindet.
Sie gehen durch die Straßen.
Beobachten.
Lauschen.
Warten.
Manchmal betreten sie alte Wohnungen, stehen schweigend in leeren Kinderzimmern oder streichen mit den Fingern über Fotos, die längst nicht mehr existieren. Und manchmal, nur manchmal, flüstern sie einem Schlafenden ins Ohr, erzählen ihm von den Dingen, die noch nicht geschehen sind – und hinterlassen Brandspuren auf dem Kissen.
Sie gehen durch die Straßen.
Beobachten.
Lauschen.
Warten.
Ihre Gesichter sind Schemen, ihre Augen Glut. Sie sind nicht wegen dir gekommen. Aber wenn sie dich bemerken, wirst du mit ihnen gehen müssen. Und wenn sie um 4 Uhr zurück ins Feuer treten, wirst du mit ihnen verschwinden.
Und niemand wird sich an dich erinnern.





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